„So ist es, Geehrter, wenn jemand die Tore der Sinne nicht bewacht, ohne Maß isst und sich nicht dem Wachsein weiht. Es ist ganz unmöglich, dass ein solcher Mönch das vollkommene und reine geistliche Leben führen kann, solange er lebt. Aber es ist gut möglich, dass ein Mönch, der die Tore der Sinne bewacht, beim Essen maßhält und sich dem Wachsein weiht, das vollkommene und reine geistliche Leben führen kann, solange er lebt. Und wie bewacht man die Tore der Sinne? Wenn ein Mönch mit dem Auge ein Bild sieht, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Sehvermögen und hält es im Zaum. Wenn er mit dem Ohr einen Ton hört … Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht … Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt … Wenn er mit dem Körper eine Berührung empfindet … Wenn er mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und hält es im Zaum. So bewacht man die Tore der Sinne.